St. Gunther von Thüringen (Hl. Gunther von Niederaltaich)

st_guntherDer Reichsgraf Gunther von Käfernburg(-Schwarzburg) entstammt einemtraditionsreichen fränkisch-thüringischen Adelsgeschlecht, das schon zu Zeiten des Hl. Bonifatius in Thüringen (Käfernburg bei Arnstadt) ansässig war.

Um das Jahr 1000 sind die Käfernburger Schutzvögte der Abtei Hersfeld und besitzen selbst Güter und darin Eigenkirchen in Nordthüringen. Gunther von Käfernburg ist zu dieser Zeit Familienoberhaupt. Er erwirbt die Freundschaft des Abtes von Hersfeld, Godehard von Hildesheim. Am Weihnachtstag des Jahres 1005 übergibt Gunther Güter aus dem Käfernburger Besitz an die Abtei Hersfeld und begünstig dabei die Propstei Göllingen, die seit dieser Zeit bis ins 17. Jahrhundert beständig aufblüht. Gunther wird im bayerischen Niederaltaich Benediktinermönch und beginnt seine Profess in Kloster Göllingen.

Sein Wechsel vom Reichsgraf zum Einsiedler wird im gesellschaftlichen Leben wohl bemerkt. Als Mönch im Bayerischen Wald leistet er Pionierarbeit bei der Erschließung neuer Handelswege und vielen Orts- und Klostergründungen. Immer zwischen Eremitendasein und Beraterdienst im Dienste des Kaisers wird er zum wahren Gottsucher und Friedensstifter zwischen den Völkern.

Seine Verehrung in Böhmen und Bayern und in Ungarn ist seit Jahrhunderten lebendig. In Thüringen entdecken wir diesen Heiligen unserer Heimat neu.

In Kloster Göllingen, ganz im Norden der neuen Pfarrei Sömmerda, wird seiner in seiner ersten Klosterbleibe gedacht. Monatlich findet regelmäßig am letzten Sonntag des Monats (17.00 Uhr) eine Vesperandacht in der herrlichen romanischen Krypta statt. Am Festtag des Hl. Gunther ziehen ein Festhochamt und der anschließende traditionelle Gunther-Schmaus am Kloster Göllingen viele Pilger und Gläubige an.