Pfarrer Dr. Albert Fritsch

fritsch

 

1896 – 1898 Pfarrer von Sondershausen

* 1863 Gardelegen
+ 02.02. 1942 Ysselstein

Der erste katholische Seelsorger in Sondershausen nach der Reformation war Kaplan Dr. Albert Fritsch. Er wurde 1863 in Gardelegen geboren. In Paderborn absolvierte er sein Theologiestudium mit anschließender Promotion. Nach der Priesterweihe folgten Kaplanstellen in Hamm und Hagen/Westfalen.

Nachdem ab 1867 preußische Soldaten in Sondershausen stationiert waren, gab es zunächst Verhandlungen über die Militärseelsorge vor Ort. So konnten ab 1868 drei bis viermal Militärgottesdienste gehalten werden, zu welchen Priester von außerhalb kamen. Die erste Heilige Messe wurde am 6. Oktober 1868 in der Cruciskirche gefeiert.

Mitte April 1896 kam Albert Fritsch nach Sondershausen. Noch gab es keine eigene Katholische Kirche. Anfangs hielt er den Gottesdienst im neu erworbenen Pfarrhaus. Im Juni 1896 wurde er von Bischof Assmann zusätzlich auch zum Militärseelsorger ernannt. Von nun an durften auch Zivilgottesdienste unter bestimmten Bedingungen in der evangelischen Cruciskirche abgehalten werden. 1897 wurde Sondershausen dem Dekanat Erfurt angegliedert.

Dr. Fritsch vollendete 1898 ein Werk mit dem Titel „56 Preisaufgaben für Protestanten" und erhielt dafür die Kirchliche Druckerlaubnis. Dieses Buch erhielt von katholischer Seite eine positive Kritik. Er tritt als Anwalt für die Katholiken ein und wollte gleichzeitig Mittel gewinnen für den Hochaltar der noch zu bauenden katholischen Kirche. Vorausschauend hatte er bereits ein Baugrundstück erworben.

Die Lokalpresse sah dieses Schreiben jedoch als eine „Konfessionelle Polemik" an. Infolge des Aufsehens, verlangte das Ministerium vom Bischof die sofortige Abberufung des Pfarrers. Nur ungern schied Dr. Albert Fritsch von Sondershausen, für das er in zwei Jahren seiner Tätigkeit viel geleistet hatte. In der Folgezeit verfolgte er aufmerksam die weitere Entwicklung in Sondershausen und blieb der katholischen Gemeinde bis in die letzten Lebensjahre in Zuneigung verbunden. Die weiteren Stationen waren:

1898 - 1912 Kaplan in Siegen, 1912 - 1915 nicht bekannt, 1915 -1922 Pfarrer in Stiepel, 1922 - 1935 Pfarrer in Hellefeld/ Sauerland (Geburtsort von Bischof Hugo Aufderbeck), es folgten 1935 acht Monate Gefängnis wegen politischer Äußerungen, dann die Flucht nach Holland in ein Kloster zu Ysselstein. Am 02.02.1942 stirbt Pfarrer Dr. Albert Fritsch.