Pfarrer Karl Kirchberg

kirchberg

 

1938 – 1969 Pfarrer von Sondershausen

* 21.06.1902 Dingelstädt/Eichsfeld
+ 31.07.1977 Dingelstädt/Eichsfeld

Der im Jahre 1902 in Dingelstädt als Sohn eines Fleischermeisters geborene Karl Kirchberg erhielt nach dem Theologiestudium in Paderborn am 2. April 1927 im dortigen Hohen Dom die Priesterweihe. Bis 1930 war er Vikar und Rektor in Elslohe (Sauerland), anschließend Vikar in Worbis. Von hier ging er 1933 als Vikar nach Mühlhausen.

Im Mai 1938 übernahm er die Pfarrstelle in Sondershausen und trat die Nachfolge von Karl Freund an, der in zwischen in den Ruhestand gegangen war. Es war inzwischen eine wechselvolle Zeit: Nationalsozialismus und Aufbau des Sozialismus, Kriegs- und Nachkriegszeit. Die Katholische Schule wurde Ostern 1938 vom Schulamt geschlossen. Da Sondershausen auch ein Militärstandort war, oblag ihm auch die Betreuung der hier stationierten Soldaten. Im II. Weltkrieg kam es zur Unterbringung von Kriegsgefangenen verschiedener Nationen.

Zu erwähnen sind besonders französische Theologiestudenten die sich zur „Mission in Thüringen" meldeten. Unter ihnen war auch der spätere Jesuit Paul Beschet, der nach einem Gottesdienst vor der Kirche verhaftet wurde, ins KZ kam und im Jahre 2005 erstmals hier als Priester eine „Versöhnungsmesse" mit uns feiern konnte. Zeitweise wurden zahlreiche Menschen aus dem Saarland und mit ihnen einige Geistliche umgesiedelt.

Bei der Bombardierung der Stadt ist beinahe auch das Gotteshaus getroffen worden. Es blieb jedoch bei Glasschäden und Rissen am Bauwerk. Nach dem Krieg kamen schließlich viele Heimatvertriebene in die Stadt und aufs Land. Die Gemeinde wuchs. 1950 erhielt Sondershausen einen Kaplan. 1963 feierte Pfarrer Kirchberg sein 25jähriges Ortsjubiläum. 1965 wurde er Dechant des neu gegründeten Dekanates Sondershausen. Bischof Hugo Aufderbeck ernannte ihn zum Geistlichen Rat.

Im Juli 1969 kehrte er nach 31jähriger Tätigkeit in seine Heimatstadt Dingelstädt zurück, wo er 1977 das Goldene Priesterjubiläum feierte konnte. Am 31.07.1977 verstarb er im Alter von 75 Jahren und wurde in Dingelstädt beigesetzt.