Pfarrer Wilhelm Palesch

palesch

 

1969 – 1985 Pfarrer von Sondershausen

* 27.02.1932 Zeche/Slowakei

Flucht und Vertreibung brachten Wilhelm Palesch zusammen mit acht Geschwistern und ihren Eltern nach Bad Frankenhausen am Kyffhäuser. Am 27. Februar 1932 wurde er in dem deutschen Dorf Zeche in der Slowakei geboren. Der christliche Glaube und eine tiefe Volksfrömmigkeit waren das „Mitbringsel" der Familie aus der alten Heimat in die thüringische Diaspora. Die slawische Mentalität und die deutsche Kultur waren ihnen nicht fremd. Der Besuch der Schule wurde durch die Kriegswirren unterbrochen und in der neuen Heimat wieder aufgenommen. Nach dem Theologiestudium in Erfurt erhielt er am 21. Dezember 1957 im Dom zu Erfurt durch Weihbischof Dr. Josef Freusberg die Priesterweihe.

Die ersten Stationen seines priesterlichen Wirkens waren die Zeit als Kaplan in Eisenach und in Gotha. Als Pfarrer war er tätig in Mühlhausen-Land und in Schlotheim. 1969 erfolgte am 20. August. die Übernahme der Pfarrei Sondershausen. Er wurde zum „Motor" für zahlreiche bauliche Aktivitäten: Kirchenrenovierung von 1976-1981, die Erweiterung des Pfarr- und Gemeindehauses sowie der Erneuerung und Verbesserung der Lebensbedingungen im Altersheim „St. Hedwig" – in einer Zeit von „Materialmangel" in der DDR, aber auch von großem persönlichen Einsatz vieler Gemeindemitglieder. Noch wichtiger war ihm das Bauwerk „Lebendige Gemeinde". Neue geistliche Impulse aus dem Werk Mariens, Wallfahrten, das gute Verhältnis der Geistlichen im Dekanat sind zu nennen. Von 1974 – 1985 war er Dechant des Dekanates Sondershausen. 1982 konnte er sein Silbernes Priesterjubiläum feiern. Nach 16 Jahren verließ er Sondershausen.

Von 1985 – 1992 war er Pfarrer in den Gemeinden Rüstungen, Wiesenfeld und Krombach im Eichsfeld. Einer besonderen Berufung folgend ging er 1992 nach Tscheljabinsk/Sibirien, um den Glauben zu verkünden und eine neue katholische Kirche zu erbauen. 1997 war dort das Goldene Priesterjubiläum. Papst Benedikt würdigte ihn mit der Verleihung des Titels „Monsignore". Ehrungen in Russland und Sondershausen folgten. Seit 2010 ist er Priester im Ruhestand in Lengenfeld unterm Stein.